Bonjour Baguette

Bonjour Baguette

Der Weg ist ein Irrweg, der weit wegführt von der Norm. Mir selber erscheint alles gar nicht so abwegig, doch dann sind da diese Momente, die mich zweifeln lassen. Es ist Abend und nach einem Glas Wein denkst du dir, dass du doch noch etwas brauchst. Das dringende Bedürfnis, Einkäufe zu erledigen, um etwas zu tun. Du setzt dich ins Auto. Dunkle Nacht und wirklich keine erkennbaren Strukturen oder Formen. ‚Hundenetto’ – ein seltsam dämliches Wort, aber wie will man das sonst nennen? Dieser hässliche Köter, der vom lokalen Supermarkt ganz verzweifelt und ganz debil ins Leere glotzt.

Dann stehst du da frohen Mutes und willst die Backfachfrau freundlich grüßen, weil es spät ist und sie so furchtbar müde die übriggebliebenen Brote mustert. Du siehst, wie ihr Blick die Backwaren im Stich lässt und an dir hoch- und plötzlich entgleitet und bist gezwungen, es ihr gleich zu tun. Flip-Flops im Herbst, Thaihose, die rutscht, weil du den Gürtel vergessen hast. Rolling Stones T-Shirt und Lederjacke. Ungekämmte, zu lange Haare. Halbrasiert. Du überlegst es dir anders und gehst weiter. Verwirrt und konsterniert die Reihen entlang. Es gibt nichts, was du kaufen könntest und überhaupt ist die Schlange an der Kasse zu lang. Ein Wunderland, aus dem es kein Entkommen gibt. Hoffnungslos schnappst du dir einen Eistee und eine Packung Ramennudeln auf der Suche nach Japan. Die Blicke werden penetrant und endlich wieder im Auto, in dem du Bilder siehst, die Fotos sein könnten, wird das Du zum Ich und lässt mich einen Augenblick ratlos zurück.


The way is a meander leading far off the norm. It all doesn’t seem so fallacious to myself, yet then there are these moments that make me doubt. It’s night and after a glass of wine, you think to yourself that you still need something. The urgent need to go shopping in order to do something. You get into your car. Dark and night and no recognisable structures or forms whatsoever. ‘Dog Netto’ (European supermarket chain) – a strangely dopey term, but how else would you call it? This ugly pooch staring completely desperate and moronic into emptiness from the local supermarket.

Then you’re standing there confidently trying to salute the bakery shop assistant in a friendly way because it is late and she’s examining the leftover breads so terribly tired. You see how she’s turning her gaze from the pastries scanning and suddenly looks way from you and you’re forced to do after her. Flip-flops in autumn, Thai trousers that slip because you forgot the belt. Rolling Stones T-shirt and leather jacket. Half-shaven. You reconsider and continue walking. Along the rows confused and affected. There is nothing you could buy and the queue at the cashier is too long anyway. A wonderland without escape. Hopelessly, you grab an ice-tea and a package of ramen noodles searching for Japan. The gazes become obtrusive and finally back in the car where you see pictures that could be photos, the you becomes I and leaves me behind clueless for an instance.