Children of the Revolution

Children of the Revolution

Man ist angekommen und verbringt die Tage zu Hause und steht auf und isst und geht immer wieder ziellos durch die Landschaft und irgendwann ins Bett. Man hat Zeit zum Denken und Grübeln und Aggrosein. Man regt sich über Dinge auf, für die einem in Tokio die Kraft gefehlt hat:

„Ich bin Fotograf und will Geschichten erzählen.“ Bullshit! Dreck, was wollen sie denn erzählen; die ganzen Hippiegrafen oder Lomografen oder Ästhetografen? Ein Bild und dann vielleicht „Street“, ein Mann in der Stadt, vielleicht eine Frau, ganz verloren in der großen Leere. Jedenfalls immer Einsamkeit oder ganz sentimental oder melancholisch. Am besten noch mit Geschichte. Triefend vor lauter Pathos und Schmalz und schwülstiger Wortscheiße. Wir sind allein in der Welt und alles ist so traurig.

Ich bin Fotograf und will eine Geschichte erzählen. Alles ist fiktiv und frei erfunden und es ist meine Welt, weil ein Foto nichts sagen kann und ich auch nicht weiß, was Realität ist oder Fantasie. Alles verschwimmt mit der Zeit. Traum und Vergangenheit und Erzähltes und Erlebtes: „Einmal war ich in Kyoto und schlief inmitten von Dreck und Studenten. Ich sah einen Emu in einem winzigen Gehege. Bald wird er geschlachtet.“ Das ist meine Geschichte.


One has returned and spends the days at home and gets up and eats and keeps walking aimlessly through the landscape and to bed eventually. One has time to think and ponder and being aggro. One is upset about things for which, in Tokyo, one was missing the urge:

“I’m a photographer and wanna tell stories.” Bullshit! Junk, what do they wanna tell; all those hippie, lomo or aesthetics shutterbugs? One picture and then maybe ‘street’, a man in the city, maybe a woman, hopelessly lost in the big emptiness. In any case, always loneliness or entirely sentimental or melancholic. Those with a story are the best. Oozing with pathos and corniness and overblown word shit. We are alone in the world and everything’s so sad.

I’m a photographer and wanna tell a story. Everything’s fictional and freely invented and it’s my world because a photo can’t say anything and I also don’t know what’s reality or fantasy. Everything’s blurring with time. Dream and past and the told and experienced: “Once I have been to Kyoto and slept between junk and students. I saw an emu in a tiny compound. He’ll soon be slaughtered.” That’s my story.