KR – Holla, die Tür zu

KR - Holla, die Tür zu

Kommissar Riemenschneider nimmt die Verfolgung auf. Weit konnte der böse Wicht nicht gekommen sein. Verloren im Wirrwarr der Straßen Tokios, glich die Jagd einer hoffnungslosen Hatz durch ein Labyrinth ohne Ausgang.

Dennoch lief der Kommissar, als ginge es um sein Leben. Jetzt oder nie. Er wusste, dass dies seine letzte Chance war, in diesem Land für Gerechtigkeit zu sorgen. Gedankenverloren nähert er sich einer Baustelle. Dort stehen drei alte Japaner um ein großflächig abgesperrtes Schlagloch positioniert und schwingen mit ihren Leuchtstäben. „Schon wieder?“ KR glaubte, wieder in der Robobar angekommen zu sein, als er plötzlich verstand. Diese älteren Herren waren um sein Wohl besorgt. Aber es war zu spät. Wenn KR einmal im vollen Lauf ist, kann ihn nichts bremsen, nicht einmal die verzweifelten Blicke nachts arbeitender Senioren im Neonlicht einer sich zu schnell bewegenden Stadt. Als er die Baustelle hinter sich gelassen hatte, hallte noch etwas in seinen Ohren: „Ki o tsukete kudasai!“, rief ihm einer der Männer nach. „Passen Sie bitte auf sich auf!“. Dem Kommissar schoss eine Träne ins Knopfloch, mit so viel aufrichtigem Mitgefühl hatte er nicht gerechnet.

Geradewegs stürzt der Kommissar zu einem hell erleuchteten Gebäude, wie die Mücke zum Licht. Als sich die Tür öffnet, schlägt ihm eine Geräuschwelle unerwartet hart ins Gesicht. Er schüttelt sich und bemerkt, dass er in einer dieser berüchtigten Pachinko-Hallen gelandet war. Die Glücksspielzombies hinter sich lassend, rennt er wie ferngesteuert ins Untergeschoss, vorbei an Spielautomaten und seltsamen Fotokabinen. Ein kurzer Blick zur Seite und der Kommissar kommt wie angewurzelt zum Stehen. Ungläubig starrt er ins Guckloch der Fotomaschine, die seine Augen unnatürlich vergrößert. In welche Hölle war er hier nur abgestiegen… „Bedeutet das etwa auch, dass man die verwerflichen Höschenfotos mit diesen Maschinen manipuliert, um noch tiefere Einblicke zu gewinnen?“, schwadroniert KR laut vor sich hin. „Keine schlechte Idee.“, ertönt eine Stimme aus dem Hintergrund. Gleichzeitig hört er, wie eine schwere Eisentür hinter ihm ins Schloss fällt.


Commissioner Riemenschneider is giving chase. The bad wretch couldn’t have come far. Lost in the clutter of Tokyo’s streets, the chase resembled a hopeless hunt through a labyrinth without exit.

Yet the Commissioner ran as if it was about his life. Now or never. He knew it was his last chance to care for justice in this country. Absent-minded, he approaches a building scene. There, three old Japanese are standing around an extensively blocked pothole swinging their glow sticks. “Again?” Commissioner Riemenschneider believed to have returned to the Robobar when, suddenly, he came to understand. These elderly men were thoroughly concerned of his well-being. However, it was too late. Once Commissioner Riemenschneider is running at full speed, nothing can stop him, not even the desperate gazes of night-time working seniors in the neon light of a city that is moving too fast. As he left the building scene behind, something was still echoing in his ears: “Ki o tsukete kudasai!”, one of the old men yelled after him. “Please take care!”. A teardrop was shooting into the Commissioner’s buttonhole, he didn’t expect so much heartfelt sympathy.

The Commissioner is rushing straight to a brightly illuminated building, like the mosquito to the light. When the door opens, a noise wave is hitting his face unexpectedly hard. He shakes and realises he’s ended up in of those renowned pachinko halls. Leaving the zombie gamblers behind, he is running down to the basement almost remotely controlled, passing by slot machines and weird photo booths. A short glance to the side and the Commissioner is grinding to a halt. In disbelief, he stares into the photo machine’s peephole, which enlarges his eyes unnaturally. In what kind of hell has he descended here… “Does this also mean that they manipulate the condemnable panties’ photos with these machines in order to get even deeper insights?”, Commissioner Riemenschneider is ranting loudly. “Not a bad idea.”, a voice sounds up from the background. At the same time, he hears a heavy iron door closing behind him.