This is not a Love Song

This is not a Love Song

Immer wieder der gleiche Kreis, der sich öffnet, wenn ich aus dem Bus steige oder dem Flugzeug, Auto oder Zug und von dem ich weiß, dass er sich unweigerlich schließen wird. In einem Monat, einer Woche, einem halben Jahr, wenn ich Stufen nehme, die mich diesmal nicht hinunter führen, sondern hinauf. Immer fühlt es sich gleich an. Der Blick aus dem Fenster. Erinnerungen. Bilder. Menschen. Um mich herum ist es dann immer fürchterlich still. Es gibt keine Abschiedslieder, nur den Straßenlärm, unverständliche Lautsprecherdurchsagen. Der Fahrer blickt mich missbilligend an, wenn ich die Sitznummern ignoriere, und da ich nicht weiß, was ich tun soll, schließe ich die Augen. Der letzte Tag. Der Geruch von Sushi, Tee. Die Verwirrungen und angenehme Abwesenheit, Geschenke der letzten Nacht. Alles windet sich umeinander und verschlingt sich in wirren Träumen von Berührungen und Wärme. Süßlich bittere Melancholie der Dämmerung, voller Ungewissheit. Es wird Morgen. Verschlafen laufen wir durch die Stadt auf der Suche nach einer Bleibe und alles leuchtet rötlich in Kioto. Wieder habe ich Stufen genommen und gehe neue Wege, und doch werden wir wiederkehren. Und Erinnerungen werden zu Gegenwart.


The same circle again and again, opening up when I get off the bus or the plane, car or train and of which I know that it inevitably will close down. In a month, a week, half a year, when I take steps that don’t guide me downwards but upwards this time. It always feels the same. The view out of the window. Memories. Images. People. Around me it always is terribly quiet then.
There are no farewell songs, only the street noise, incomprehensible speaker announcements. The driver looks at me deprecatory when I ignore the seat numbers and as I don’t know what to do, I close my eyes. The last day. The smell of sushi, tea. The confusions and pleasant absence, presents of the last night. Everything winds around itself and devours in wild dreams of touches and warmth. Bittersweet melancholy of the dawn, full of uncertainty. Morning comes. We are dozily walking through the city searching for a place to stay and everything’s gleaming reddishly in Kyoto. Once again I’ve taken steps and walk new ways, and yet we will return. And memories become presence.